Das ursprüngliche Pandemie ist bei uns schon so einige Male auf dem Spieltisch gelandet; da beobachtet man natürlich, was da sonst noch an Zusätzen auf den Markt kommt. Die gedrehte Variante „Die Seuche“, bei der man nicht als friedfertiger Logistiker versucht die Menschheit zu retten, sondern als fieser mutierender Virus eben jene auszurotten, klang da auf jeden Fall sehr interessant. So eine kleine böse Seite hat doch jeder in sich, oder?
Material
Am liebsten würde ich nur laut quietschen: Petrischalen! Es sind Petrischalen im Karton! Wie toll ist das denn??? Diese wird in die Aussparung eines Papptableaus gestellt und enthält unsere Virenwürfel. Drei davon markieren unsere Mutationsstufen und sitzen somit fest, ohne während des Spiels versehentlich weggewischt zu werden. Clevere Gestaltung! Darüber hinaus sind verschiedene Karten im Spiel. Grafisch kein Meisterwerk, aber zweckmäßig. Eine Wertungsleiste rundet das Paket ab. Alles in allem ist das Material dem Spiel auf jeden Fall angemessen.
Spielablauf
Der Ablauf ist so übersichtlich wie das Material: Der erste Spieler der Runde deckt eine Ereignis- bzw. WHO-Karte auf. Diese bringen Veränderungen mit sich, die positiv oder negativ für die Verbreitung der Viren sein können. Anschließend hat jeder Spieler 2 Aktionen, die er aus drei Möglichkeiten aussuchen kann: Karten ziehen, eine Stadt infizieren oder mutieren. Das Mutieren kann sich auf die Inkubationsrate (Anzahl nachzuziehender Karten), die Infektionsquote (Anzahl einzusetzender Virenwürfel beim Infizieren von Städten) und die Resistenz (schützt Viren und Handkarten bei negativen Ereignissen) auswirken.

Ziel ist es möglichst viele Städte zu vernichten, indem die jeweilige Bevölkerung durch Viren ausgelöscht wird. Dies bringt dann relativ viele Punkte und für den Spieler des ausschlaggebenden Virus noch eine nette zusätzliche Fähigkeit. Bei Zwischenwertungen können ebenfalls Punkte ergattert werden. Liegen nur noch zwei Städte aus oder wird die letzte WHO-Karte aufgedeckt (Runde 12), endet das Spiel und es siegt der Virus, der auf der Wertungsleiste am weitesten vorne liegt.
Fazit
Der kleine verdrehte Pandemiebruder lässt sich fix erklären und spielt sich recht zügig durch. Wer also keine Lust auf ein langes medizinisches Unterfangen zur Rettung der Welt hat, kann einfach kurzen Prozess machen und sich stattdessen mit der schnellen Vernichtung beschäftigen. Man braucht schließlich Alternativen im Leben.
Apropos Alternativen: Für den Zweispielermodus sind bestimmte Karten gekennzeichnet worden, damit das Spiel nicht ausufernd lang wird und man ergänzt eine neutrale Virusfarbe, die ins Spielgeschehen eingreift. Das funktioniert sogar richtig gut. Und auch bei voller Besetzung mit 5 Spielern wird die Downtime nicht unangenehm, da man bei zwei Aktionen recht zügig entscheiden kann, was man tun möchte.
Und wen das noch nicht überzeugt hat: Leute, Petrischalen!!!
6/10 Punkten
| Verlag | Z-Man Games | Alter | 14+ |
| Autor | Carey Grayson | Erscheinungsjahr | 2014 |
| Spieler | 2-5 | Komplexität | mitel |
| Dauer | 30 Minuten | Glücksfaktor | mittel |
| Sprache | Deutsch |
