Zombicide Black Plague Wulfsburg Spielaufbau
Die mit den Wölfen tanzen
Wulfsburg ist die erste große Erweiterung zu Zombicide Black Plague und bietet den Spielern neue Herausforderungen, damit das Schlachten auf Dauer nicht zu eintönig wird. Mit den 6 Charakteren des Grundspiels und den in Wulfsburg enthaltenen 4 zusätzlichen Charakteren können jetzt bis zu 10 Spieler am Geschlachte teilnehmen. Allerdings sind auch die 10 neuen Quests ab Werk erstmal nur auf 6 Charaktere ausgelegt. Wie man das Spiel an die höhere Spielerzahl anpasst, kann man dem Grundregelwerk entnehmen.
Zumindest die neuen Spielerfarben sind schonmal eine Augenweide und wurden von mir direkt als Standard festgelegt: Türkis, Magenta, Hellgrün und Mitttelblau sind einfach mal was anderes. Dazu kommen jetzt neue, magische Ausrüstungsgegenstände, die einfach mit in den Ausrüstungsstapel gemischt werden. Neu ist auch, dass man diese Gegenstände nicht automatisch benutzen kann, sondern erst bis zu einem bestimmten Gefahrenlevel aufsteigen muss. Die Edelsteine auf den Karten zeigen es an. It’s magic! Unterscheiden kann man die neuen Karten übrigens am Wolfslogo, ebenso die neuen Zombiespawn-Karten.
Zombicide Black Plague Wulfsburg Heldenfarben
Natürlich gibt es nicht nur neue Überlebende, sondern auch neue Gegner: Wölfe und ein Wolfstrum (wer denkt sich bloß diese Namen aus?). Das Eklige an diesen Viechern ist ihre sagenhafte Schnelligkeit. Satte 3 Aktionen haben sie, was unsere Überlebenden ganz schnell in eine Falle lockt. Vor allem, wenn das Wolfstrum mit seinen 3 Lebenspunkten auf den Plan tritt und dank Doppelbrutkarte oder Extraaktivierung womöglich gleich zulangen darf. Das tut weh!
Zombicide Black Plague Wulfsburg Wölfe
Von oben sieht man mehr
Gut, wenn man dann grad Drachengalle zur Hand hat. Ein überaus nützliches Zeug muss ich sagen. Oder man ist bereits auf Gefahrenlevel „ultrarot“ (ja gibt’s wirklich) und hat ein paar dieser netten Fähigkeiten, die im Anhang des Grundregelwerkes stehen. Wobei ich zugeben muss, dass es doch etwas unpraktisch ist, dass man diese Fähigkeiten nicht anderweitig – beispielsweise als Karte oder so – vermerkt hat und immer blättern muss. Gerade im Solospiel, wenn man mehrere dieser Fähigkeiten hat, wäre das sinnvoll.
Was bietet die Erweiterung sonst noch? Zwei neue Spielpläne mit Türmen und Wällen zum Beispiel, die die Sichtlinienregel neu definieren. So kann man jetzt auch über Gebäude hinwegsehen, falls man gerade auf einem der Türme steht. Spieltechnisch vor allem relevant, wenn man gewollt Zombies anlocken möchte oder von hintenrum auf die Zombies schießen will.

Zombicide Black Plague Wulfsburg Wälle
Und täglich grüsst das Murmeltier
Die Maps in den Quest sind jetzt meist etwas größer, schwieriger und thematisch passend zu den Wölfen hübsch ausgeschmückt. Leider täuscht es mechanisch nicht darüber hinweg, dass man auch in Wulfsburg irgendwie immer dasselbe macht: Aktiviere Ziel 1,2,3,4 und 5, vernichte das Wolfstrum/Totenbeschwörer/Beides und entkomme mit allen Überlebenden über den Ausgang in Raum XYZ. Reihenfolge beliebig austauschbar. Schade, hier hatte ich mir wirklich mehr erhofft.
Es wäre auch wirklich nicht allzu schwierig gewesen, sich da was passendes einfallen zu lassen. Irgendwie hat Zombie 15 das etwas besser hingekriegt, auch wenn ich ansonsten Zombicide jederzeit vorziehen würde. Zombie 15 hat nämlich durchaus versucht, durch Kombinieren verschiedener Ziele/Gegenstände das Gameplay interessanter zu gestalten. Leider hat die Mechanik des Spiels das nur so halbherzig zugelassen. Für Zombicide wäre aber genau das ideal.
Zombicide Black Plague Wulfsburg Ausrüstungsgegenstände
Als ich mir gestern zwei Videos der aktuell laufenden Kickstarter-Kampagne zu „Massive Darkness“ angeschaut habe (übrigens seit gestern mit optionalen Zombicide Black Plague Crossover, so dass man die Helden untereinander austauschen und nutzen kann), hatte ich sofort den Eindruck, dass genau das dort umgesetzt wird. Ich bin gespannt, ob ich da Recht behalte.
Insgesamt ist Wulfsburg für mich aufgrund der wirklich fiesen Wölfe und der schicken neuen Spielerfarben durchaus eine lohnenswerte Anschaffung. Sie macht das Spiel zwar nicht besser, aber eben auch nicht schlechter, sondern einfach abwechslungsreicher.
8/10 Punkten
| Verlag | Cool Mini or Not | Alter | 13+ |
| Autor | Raphaël Guiton, Jean-Baptiste Lullien, Nicolas Raoult | Erscheinungsjahr | 2015 |
| Spieler | 1-6 (10) | Komplexität | mittel – hoch |
| Dauer | ca. 60 – 90 Minuten (je nach Kampagne) | Glücksfaktor | mittel |
| Sprache | Deutsch |
