Not alone – Test

Howdy lieber Leser,

da reitet man - wie sich das für einen echten Westernhelden gehört - einsam in den Sonnenuntergang, biegt nur einmal falsch am letzten Canyon ab und schwupps befindet man sich plötzlich verschollen auf einem Planeten namens Artemia wieder. Nur um dann festzustellen: Man ist gar nicht allein. Nein, überhaupt nicht allein, sondern so ein fieses Wesen macht plötzlich Jagd auf einen und versucht arme Deputys der örtlichen Biomasse zu zuführen. Das ist jetzt kein Teaser für einen B-Movie mit mir als Darsteller, sondern hier handelt es sich um das neue Spiel von Corax Games : Not Alone. Dieses kleine Kartenspiel ist ja auf der Spiel 2016 ziemlich gehyped worden; nun wollen wir mal sehen, was Not Alone so auf dem Kasten hat.

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Spielablauf

Not Alone spielt sich im Grunde sehr einfach. Ein Spieler spielt den Jäger, alle anderen sind die Gejagten auf dem Planeten. Ziel des Spiels für die Gejagten ist's zu überleben, bis die Rettung naht, während das Wesen versucht, dies zu verhindern. Dies geschieht über die Rettungs/Assimilierungsleiste, auf der sich Jäger und Gejagte entgegenlaufen. Die zehn Orte des Planeten werden offen ausgelegt, plus weitere Ortskarten, die im Laufe des Spiels von den Gestrandeten auf die Hand genommen werden können. Die Gestrandeten erhalten dann fünf Handkarten, bei denen es sich um Duplikate der ersten fünf Orte der Auslage handelt. Nur diese Orte sind zu Beginn einer Partie Not Alone bespielbar. Zusätzlich gibt es noch eine Überlebenskarte, die während des Spiels mit hilfreichen Effekten für die Gejagten aufwartet. Das Wesen erhält ebenfalls Jagdkarten auf die Hand, mit denen es das Leben der Gestrandeten deutlich schwerer machen kann.

Das Spiel ist in unterschiedliche Phasen aufgeteilt, in denen verschiedene Aktionen ablaufen:

  • 1. Erkundung: Hier wählen die Gejagten verdeckt eine Ortskarte von der Hand aus, den sie in dieser Runde besuchen bzw. dessen Funktion sie nutzen möchten. Sollten nur wenige oder keine Handkarten vorhanden sein, kann ein Gejagter Willensmarker ablegen, wofür er für jeden Marker zwei Karten zurück auf die Hand nehmen darf.

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  • 2. Jagd: Das Wesen platziert auf den ausliegenden Orten seinen Wesensmarker, um eventuell dort einen Spieler zu erwischen. Mit den Jagdkarten kann das Wesen weitere Marker spielen, die die Funktion der jeweiligen Ortskarte außer Kraft setzen oder andere negative Effekte für die Gejagten haben. Hier muss der Jäger sich gut überlegen, welche Orte wohl von den Gejagten gewählt wurden und welche Orte vielleicht einen Effekt haben (z.B. den Rettungsmarker vorzusetzen oder eine weitere Ortskarte zu erhalten), den es zu verhindern gilt. Das „Lesen“ der Gegenspieler ist für Not Alone ein wesentlicher Bestandteil des Spiels, der den Spielreiz zu großen Teilen ausmacht.

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  • 3. Abrechnung: Nun decken die Gejagten ihre Karten auf und die Effekte der Orte und gelegten Marker werden abgehandelt. Sollte der Wesensmarker auf einem der aufgedeckten Orte liegen, verlieren die Spieler einen Willenskraftpunkt und der Assimilierungsmarker wird vorgerückt. Stirbt der Spieler, da er seinen letzten Willenskraftmarker abgeben musste, geht der Assimilierungsmarker noch einen Schritt weiter nach vorn.
  • 4. Rundenende: Nun werden alle Marker von den Orten genommen, Jagdkarten des Wesens aufgefüllt und der Spielstein auf der Rettungsleiste wird ein Feld weiter vorgesetzt. Wichtig ist, dass die ausgespielten Ortskarten der Spieler offen liegenbleiben, so dass der Wesensspieler jederzeit sehen kann, welche Karten schon ausgespielt wurden. Ausgelegte Karten können durch bestimmte Ortskarten, Trotzen oder nachdem ein Gejagter gestorben ist, wieder auf die Hand genommen werden.

Sobald ein Spielstein der Assimilierungsleiste oder der Rettungsleiste das Zielfeld erreicht, endet das Spiel und der Besitzer des Spielsteins gewinnt.

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Fazit

Deputy Dice rundObwohl ich seit Love Letter gehypten Spielen eher skeptisch gegenüberstehe, hat mich das Thema das Spiels interessiert, so dass ich es mir auf der Messe gegönnt habe. Zum Glück muss ich sagen, denn mir gefällt Not Alone wirklich gut. Es macht sehr viel Spaß, als Wesen die armen Gestrandeten zu jagen und letztendlich zu assimilieren bzw. als Gestrandete dem Wesen den Stinkefinger zu zeigen und rechtzeitig vom Planeten zu fliehen. Mir gefällt dieser asymmetrische Spielaufbau "einer gegen alle" sehr. Der Glücksfaktor hält sich in diesem Spiel sehr in Grenzen und es geht viel darum, sein Gegenüber richtig einzuschätzen bzw. die Strategie der Gegenseite zu erkennen – spannender geht es ja kaum. Zudem gefallen mir auch die kurze und knackige Spieldauer und die einfachen und verständlichen Regeln, so dass man mal 2 oder 3 Partien hintereinander weg spielen kann - auch mit wechselnder Besetzung.

Der einzige Punkt, an dem man Kritik üben könnte, wäre die Spielerzahl, die hier mit 2-7 Spielern angegeben ist. Zu zweit funktioniert das Spiel zwar von der Mechanik sehr gut, aber hier kommt relativ wenig Spielspaß auf, da man den Gestrandeten als Wesen gut blockieren kann – besonders wenn man sein Gegenüber auch noch gut kennt. Not Alone eignet sich daher eher für Gruppen ab mindestens drei Personen.

Zusammengefasst: Kleines, schnelles, sehr spannendes Kartenspiel – einfach großartige Unterhaltung in einer kleinen Schachtel.

ØØØØØØØØØO 9/10


Fazit Lucky Jen

jenny rundErstaunlicherweise holen wir Not Alone zurzeit bei fast jeder Veranstaltung aus der Tasche und finden immer schnell Mitspieler, die sich für ein paar Runden begeistern lassen. Abgesehen von meinen Niederlagen im Zweierspiel habe ich wirklich Spaß am Jagen und gejagt werden. Interessant ist, dass trotz unterschiedlich hoher Spielerzahl immer ein Kopf-an-Kopfrennen stattfindet, so dass wir noch in keiner Partie das Gefühl hatten, dass der Sieg früh absehbar ist. Das macht das Spiel natürlich spannend bis zum Schluss. Als Gejagter braucht man schließlich die Hoffnung, dass die Rettung naht...

ØØØØØØØØOO 8/10

Verlag Corax Games Alter 10+
Autor Ghislain Masson Erscheinungsjahr 2016
Spieler 2-7 Komplexität einfach-mittel
Dauer 30-45 Minuten Glücksfaktor mittel
Sprache Englisch

1 Antwort

  1. Rantanplan

    Ich spiele es oft mit meiner Freundin. Mir gefällt es zu zweit sehr gut, besser als in großer Runde. Da ist es eher so ein Duell Gefühl. Und es ist bei uns sehr ausgewogen.

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