Alte Dunkle Dinge – Test

Alte Dunkle Dinge Spielansicht schräg

Es ist Zeit für einen schönen, entspannten Ausflug in den tiefen Dschungel. Dschungel? Natürlich. Wo sollte man denn bitte sonst die ganzen Alten Geheimnisse finden, die Indiana Jones bisher noch nicht entdeckt hat? Nur Vorsicht vor den alten dunklen Dingen – und nein, damit ist nicht die Horde Senioren gemeint, die wir am Hafen hinter uns gelassen haben…

Material

Als erstes Spiel des Feuerland Verlages, das das „Blue Label“ trägt, also Spiele mit deutlich mehr Glücksanteil, als von den bisherigen Spielen gewohnt, kommt Alte Dunkle Dinge mit qualitativ ordentlichem Material daher. Besonders hervorzuheben ist die düstere grafische Gestaltung, die uns direkt in das Grün des Dschungels eintauchen lässt und einen leichten Schauer von Gänsehaut hervorruft.

Ein klitzekleines Manko ist, dass die Übersetzung nicht ganz perfekt funktioniert hat. So ist uns im Spiel eine Karte aufgefallen (Errungenschaftskarte „Fallen“), auf der ein falscher Begriff genannt wird. Vielleicht sorgt der Verlag noch für Ersatz? Ansonsten ist die Ikonografie eindeutig, die Würfel hübsch transparent und alles sehr übersichtlich angelegt. Beim Bekleben der Spielsteine ist übrigens Vorsicht angesagt: Die Hintergrundfarben der Charaktersticker stimmen nicht mit der Farbe der Spielsteine überein.

Alte Dunkle Dinge Spielerbereich

Alte Dunkle Dinge Spielerbereich

Spielablauf

Der Spielplan zeigt verschiedene Orte, an denen Begegnungen stattfinden. Zunächst wird geprüft, ob möglicherweise neue unheilvolle Begegnungen ausgelegt werden müssen, falls alle schicksalhaften Orte auf dem Spielbrett leer sein sollten. Man entscheidet sich dann für ein Reiseziel und nutzt ggf. die dortige Ortsaktion (Handlungskarten tauschen, Wertmarken tauschen…).

Hauptaufgabe für die Spieler ist es, jede Runde zu entscheiden, ob sie ein Begegnung mit vorhandenen Mutmarken bezahlen wollen, oder ob sie versuchen die geforderte Würfelkombination zu erreichen. Durch Handlungs- und Ausrüstungskarten können die Würfel manipuliert werden, oder man würfelt eben noch einmal alle Würfel (allerdings max. 2x). Durch den Einsatz von Fokusmarken können einzelne Würfel „fokussiert“ werden, um sie liegen zu lassen und sich das Ergebnis zu sichern.

Wer Glück hat überlebt den Ausflug in die grüne Hölle ohne größere Blessuren und kann die Begegnungskarte in seinen Wertungsbereich legen. Schafft man es nicht, das notwendige Würfelergebnis (Päsche, Straßen, eine gewisse Anzahl Würfel mit einer Mindestaugenzahl…) vorzuweisen, kommt die Karte in den Gerüchtebereich (Ablage), und man muss sich ein Altes Dunkles Ding (negative Siegpunktmarke) nehmen. So oder so kommt man dann an einem schnieken Handelsposten vorbei und darf – ausreichend Schatzmarken vorausgesetzt – hilfreiche Ausrüstungsgegenstände kaufen.

So spielen alle nacheinander und versuchen sich nicht um Kopf und Kragen zu würfeln. Am Ende gibt es Punkte entsprechend der gewonnenen Begegnungskarten (plus möglicherweise die Punkte der Errungenschaften, sofern man mindestens drei gleichfarbige Begegnungskarten einheimsen konnte und kein Mitspieler mehr Karten derselben Farbe hat) abzüglich der dunklen Geheimnisse.

Alte Dunkle Dinge Ausrüstungskarten

Alte Dunkle Dinge Ausrüstungskarten


 Fazit Lucky Jen

Alte Dunkle Dinge lässt sich sowohl zu zweit, als auch in größerer Runde mit bis zu vier Teilnehmern gut spielen. Es ist möglich unterschiedliche Strategien zu verfolgen, so dass man beispielsweise möglichst viele Geheimnisse und Errungenschaften oder besonders hochwertige alte Geheimnisse sammeln kann. Oder man versucht sich Ausrüstungsgegenstände zu besorgen, die am Ende verbliebene Marken gegen Punkte tauschen lassen. Während des Spiels sind Marken – welcher Art auch immer – allerdings oft Mangelware. Wobei es sich - wie z.B. bei Das Ältere Zeichen auch – bewährt hat, die Marken nicht zu horten, sondern ruhig auszugeben. Grundsätzlich gibt es natürlich aufgrund des Hintergrundes und des ähnlichen Spielprinzips deutliche Parallelen zum eben genannten Spiel. Alte Dunkle Dinge lässt sich meiner Meinung nach aber etwas schneller erklären, weil man nicht so viele Sonderaktionsmöglichkeiten und Symbole hat.

Insgesamt gefällt mir das Spiel wirklich gut, zumal man keinen Nachteil verspürt wenn man nur zu zweit zockt. Aufgrund der geringen Anzahl der ausliegenden Begegnungen kann man sich nämlich auch dann gehörig ins Gehege kommen. Es freut mich wirklich, dass die Kickstarter Kampagne auch im deutschen Spieledschungel angekommen ist!

7/10 Punkten


Boardgame Bandit meint:

Der Grafikstil von Alte Dunkle Dinge gefällt mir unglaublich gut. Während man bei Das Ältere Zeichen kooperativ spielt, ist Alte Dunkle Dinge - der Name klingt auf Deutsch übrigens scheußlich- allerdings ein kompetitives Spiel um Siegpunkte, was aber während des Spiels nicht allzu sehr im Vordergrund steht. Trotzdem kann man ziemlich gemein auf einzelnen Mitspielern rumhacken.

7/10 Punkten


Bild Header mit freundlicher Erlaubnis von Feuerlandspiele

Verlag Feuerlandspiele Alter 14+
Autor Simon McGregor Erscheinungsjahr 2015
Spieler 2-4 Komplexität mittel
Dauer 60 Minuten Glücksfaktor mittel-hoch
Sprache Deutsch

0 Antworten

  1. […] Review: Siehe Hunter & Cron, Boardgame Bandit und BoardgameGeek. […]

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