Flick em up

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Flick em up Test

Achtung: kein Solospiel!

Flick em up Spielansicht 2

Wenn sich auf der Messe Menschentrauben um Tische bilden, kann man sich relativ sicher sein, dass dort entweder ein berühmter Autor seine Autogrammstunde gibt oder man gerade das Hypespiel des Jahres gefunden hat. So auch bei Flick em up. Pretzelgames hatte riesengroße Westernstädte aus Holz aufgebaut und während Erklärbären mit Cowboyhüten das Spiel erklärten, schnippten die Leute, bis die Finger bluten waren.

Spielablauf

Zunächst werden Häuser, Kakteen, Cowboys und Indianer – sorry keine Indianer sondern Gesetzeshüter – sowie das weitere benötigte Material gemäß Szenariobeschreibung aufgebaut bzw. zur Seite gelegt. Wir befinden uns also in einer 3D Westernstadt! Damit klar ist, welcher Cowboy welche besonderen Ausrüstungen besitzt, werden diese, so wie auch die Lebenspunkte, auf der Teambox platziert. Da jeder Bandit bzw. Gesetzeshüter eine Nummer auf seinem Hut trägt, weiß man auch immer wer wo steht. Das Drehen des Hutes (rot oder blau) vermerkt im Laufe des Spiels, wer in der Runde bereits an der Reihe war.

Während des Spiels stehen jeder Figur zwei Aktionen zur Verfügung, die beliebig auf Bewegung, Schießen, sowie das Aufnehmen/Ablegen/Austauschen von Gegenständen verteilt werden. Am spannendsten sind dabei die beiden Erstgenannten: Für die Bewegung tauscht man den aktivierten Cowboy gegen die Bewegungsscheibe und schnipst diese mit dem Zeigefinger (ohne den Daumen zum Aufbau von Spannung zu verwenden) an den gewünschten Platz. Sofern man dabei nicht anderes berührt, darf der Cowboy dann an diese Stelle gestellt werden. Das Schießen funktioniert ähnlich, allerdings sind die Patronen etwas kleiner und werden rechts oder links neben der Figur platziert und geschnipst. Das Abschießen von anderen Cowboys als dem anvisierten ist dabei relevant, es gilt einfach der erste umgeschossene (!) als getroffen. Das kann auch durchaus der eigene Mann sein, also Vorsicht. Sollte es sich nur um einen Streifschuss handeln, der den Cowboy nicht umnietet, kostet dies keinen Lebenspunkt.

Flick em up Spielansicht

Je nach Ziel des Szenarios müssen unterschiedliche Erfolge ausgelöst werden, wie z.B. das Töten (=3 Treffer) der Anführer oder eine neutrale Figur zu befreien.

Im Szenariobuch sind 10 Geschichten vermerkt, die wir nach Belieben oder in Reihenfolge durchspielen können. Dies bietet Abwechslung und lässt einen richtig gut in die Westernwelt eintauchen. Umso besser, wenn man noch ein bisschen Hintergrundmusik laufen lässt. Durch den Einsatz verschiedener Marker und weiterer neutraler Figuren, sowie dem unterschiedlichen Aufbau der Stadt, sind unzählige Möglichkeiten gegeben, sich gegenseitig ins Jenseits zu schnipsen. Wem die vorgegeben Szenarien nicht reichen, kann sicherlich selbst das ein oder andere Duell veranstalten.

Sollten Kinder mitspielen oder die Mitspieler sehr unterschiedlich geschickt sein, besteht die Möglichkeit Varianten zu nutzen, bei denen unter anderem doppelte Schnipsversuche erlaubt sind. So oder so reizt es einen immer wieder quasi unmögliche Schüsse zu versuchen. Obwohl Abpraller eigentlich nicht erlaubt sind, zählen wir Querschläger im Sinne einer Hausregeln trotzdem als Treffer. Man kennt das doch schließlich, dass der Bad Guy quer durch den Kaktus erschossen wird, oder nicht?

Flick em up Charaktere

Für Regelfüchse und Ewigmeckerer ist es wahrscheinlich ein bisschen schwierig, dass die Figuren so häufig angefasst und dadurch teilweise leicht verschoben werden. Beim Drehen der Hüte kann es daher passieren, dass man die Figuren nicht exakt am bisherigen Platz wieder abstellt. Wer darüber hinwegsehen kann, wird aber viel Spaß haben.

Fazit

Sack-Zement, da brennt der Tisch! Dass das Spiel keine Gurke ist, konnte man auf dem Messe-Spektakel bei den vielen XXL-Versionen ja bereits sehen, doch auch auf dem heimischen Wohnzimmertisch macht das Ding einen Heidenspaß. Das ist mal Western-Feeling! Hat irgendwie was von Finger-Billiard (nicht zu verwechseln mit Taschenbilliard!). Dass Pretzel Games – super Name übrigens – das Ganze noch thematisch verkleidet und mit sehr klischeehaltigen Geschichtchen ausgestattet hat, macht das Spiel wirklich zu einem Erlebnis. Und man muss dazu noch nichtmal wirklich was können, außer eben Schnipsen. Natürlich ändert an diesem Zustand auch keine Geschichte irgendwas – Schnipsen ist Schnipsen – aber gibt dem Spiel doch etwas Besonderes.

The Good

  • Material
  • Umsetzung
  • Einfache Regeln

The Bad

  • nichts
9

Written by: Bandit

Ich bin selbst Vielspieler und schreibe deswegen auch für Vielspieler. Vorzugsweise für vielspielende Solospieler. Generell mag ich thematische Spiele ebenso wie einfache Kartenspiele, LCGs, Tabletops und Partyspiele: Villen des Wahnsinns, Descent, Poker, Codenames, Robinson Crusoe, Mage Knight, Herr der Ringe LCG, Warhammer, ... Bei Eurogames, Wargames und gar zu seichten Spielen ohne Tiefgang bin ich aber für gewöhnlich raus: Goblin Dice, Fabelsaft, The Game ...

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